1975 - Erlebnissamstag in der Innenstadt
Als „besonderen Akzent im bunten Bild der Innenstadt“ beschrieb die Badische Zeitung den Erlebnissamstag der Hilfsorganisationen, der am 4. Oktober 1975 in Freiburg stattfand. Bei diesem präsentierten sich neben dem Technischen Hilfswerk alle weiteren Freiburger Hilfsorganisationen, namentlich die Feuerwehr, die Johanniter Unfallhilfe, das Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, die Bergwacht, die DLRG, die Tauchergruppe Pinguin und die ADAC Straßenwacht. Die Besucherinnen und Besucher hatten die Möglichkeit sich an verschiedenen Plätzen in der Innenstadt über die Arbeit der freiwilligen Helfer/innen zu informieren und einen Eindruck von ihrer Ausrüstung zu gewinnen. Dabei fanden auf dem Münsterplatz auch spektakuläre Schauübungen, wie eine Bergung vom Münsterturm, durchgeführt durch die Bergwacht statt. Zusätzlich sorgten mehrere Kapellen, unter anderem eine Kapelle der besten Musiker der elsässischen Feuerwehr für die musikalische Untermalung des Erlebnissamstages.
1974 - Großübung am Schönberg
Nach einem Erdbeben wurden mehrere Personen in ehemaligen Bergwerksschächten verschüttet. So lautete das Szenario der jährlichen Großübung des Technischen Hilfswerks.
Rund 50 ehrenamtliche Helfer rückten aus der Unterkunft im Wolfswinkel zur Übung an den Schönberg aus. Einige Verletzte konnten von den Helfern aus einem Lüftungsschacht gerettet werden. Zu anderen Verschütteten jedoch musste sich mit schweren Gerät Zugang verschafft werden.
Zeitgleich installierten weitere Helfer des Fernsprechtrupps Telefonverbindungen und die Feldküche bereitete ein warmes Mittagessen für die Einsatzkräfte vor.
1973 - Sprengung zweier Fabrikschornsteine in Merzhausen
Am Samstag, dem 17.11.1973, fand die Herbstübung des Technischen Hilfswerks statt, die mit einem praktischen Zweck verbunden wurde: Zwei 35 und 42 Meter hohen Schornsteine im Stadtteil Merzhausen wurden durch ihre Baufälligkeit zunehmend zur Gefahr. Um diese Gefahr zu beseitigen entschied man sich die über 90 Jahre alten Schornsteine zu sprengen.
Nachdem ein Bereich von 300m rund um das Gebäude durch die Ehrenamtlichen des Technischen Hilfswerks abgesperrt wurde, begannen auch schon die Vorbereitungsarbeiten für die Sprengung. Nicht nur den eigenen Helfern, sondern auch den vor Ort anwesenden Journalisten, erklärten die fachkundigen Sprengmeister des THW die verwendete Sprengtechnik. So kamen 2,1 Kilogramm Sprengstoff zum Einsatz um die bis zu 65cm dicken Wände der Schornsteine zu durchtrennen. Pünktlich um 12 Uhr mittags ertönte das Signal und die Schornsteine verwandelten sich, vor den Augen zahlreicher Zuschauer, innerhalb weniger Sekunden in eine leichte Staubwolke.
1972 – Großübung zum Tag des freiwilligen Helfers
Am Samstag dem 21.10.1972 übten zehn Freiburger Hilfsorganisationen anlässlich des „17. Tag des freiwilligen Helfers“ im damals recht jungen Stadtteil Landwasser den Ernstfall.
Angenommenes Szenario der Schauübung, an der unter anderem neben der freiwilligen und der Berufsfeuerwehr Freiburg, das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz, die Bergwacht Schwarzwald, die DLRG, die Johanniter Unfallhilfe, der Malteser Hilfsdienst und die Feuerwehrbereitschaften des Katastrophenschutzes teilgenommen haben, war der Absturz eines Passagierflugzeugs in den Moosweiher. Ein breites Übungsszenario, dass alle beteiligten Organisationen forderte, die den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Freiburg so ihr Können demonstrieren konnten.
Der „Tag des freiwilligen Helfers“ wurde von den Stadträten Eschle und Jäger initiiert, wobei letzterer auch maßgeblich am Aufbau des Technischen Hilfswerks in Freiburg beteiligt war, das am selben Wochenende 20-jähriges Jubiläum feierte.
Während die Einheiten der Feuerwehr die Menschenrettung mittels Drehleiter und die Brandbekämpfung übernahm, wurden die Verletzen durch die Sanitätseinheiten erstversorgt. Das THW machte sich gemeinsam mit einem Trümmersuchhund des Bundesverbandes für Selbstschutz auf die Suche nach Verschütteten um anschließend die Rettung mit schwerem Gerät vorzunehmen.
Nach der erfolgreichen Übung präsentierten die Helfer des THW den zahlreichen Zuschauern die sogenannte Sauerstofflanze, die zum Durchtrennen von Stahl, Beton und Mauerwerk genutzt wurde. Im weiteren Verlauf des Jubiläumswochenendes konnten sich die Freiburger auch noch selbst ein Bild der restlichen Fahrzeuge und Geräte in der Unterkunft im Wolfswinkel machen.
1971 – Übung des erweiterten Katastrophenschutzes an der Möhlin
Die Einheiten des erweiterten Katastrophenschutzes der Stadt Freiburg übten am Freitag den 16. und Samstag den 17. Juli erstmals seit der Verabschiedung des Katastrophenschutzgesetzes von 1968 gemeinsam. Die Fachdienste (Bergungsbereitschaft, Feuerwehrbereitschaft, Fernmeldezug u. Sanitätsbereitschaft) wurden nach Oberrimsingen-Grezhausen alarmiert. Das etwas abseits von Freiburg liegende Gebiet wurde gewählt um die Zusammenarbeit der Fachdienste auf unbekanntem Gelände zu üben. Angenommen wurde ein schweres Unwetter, dass ein Hochwasser zur Folge hatte.
Die circa 180 Helfer trafen sich am Freitagabend im Bereitstellungsraum nahe dem Übungsgelände. Begonnen wurde mit dem Aufbau von Funk- und Fernsprechverbindungen durch den Fernmeldezug, der im Verlaufe der Übung 18 Kilometer Kabel verlegte. Während die Feuerwehrbereitschaft die betroffenen Gebäude leerpumpte erhielt die Bergungsbereitschaft den Auftrag eine Fußgängerbrücke über die Möhlin zu errichten. Die Sanitätsbereitschaft richtete derweil einen Verbandsplatz ein um die Verletzten versorgen zu können. Nachmittags mussten alle Fachdienste gemeinsam einer neuer Gefahr Herr werden: Angenommen wurde ein Blitzeinschlag der zwei Gebäude in Brand setzte. Zusammen wurde die Menschenrettung eingeleitet und die Wasserversorgung aufgebaut. Herausforderung dabei war die Wasserförderung über eine lange Wegstrecke, da das Wasser aus einem 1,5 Kilometer entfernten Baggersee entnommen werden musste. Die Nachbesprechung der Übung zeigte, dass der sich damals noch im Aufbau befindliche erweiterte Katastrophenschutz alle Erwartungen erfüllte.
1970 - KatS-Übung bei Ebringen
Eine groß angelegte Katastrophenschutzübung hielt das THW Freiburg am 31.10.1970 auf dem Gelände des alten Bergwerks am Schönberg bei Ebringen ab. Unter der Vorbereitung und Leitung von Bauingenieur Kunze und Zugführer Ganz mussten 35 Helfer sechs realistisch angelegte Teilaufgaben absolvieren. An der Übung nahmen auch der Ortsbeauftragte - Stadtrat Willy Jäger - und der stellvertretende Leiter des Amtes für Zivilschutz - Böcherer - teil.
Das unwegsame Gebiet am Schönberg ist ein ideales Übungsgelände - als Übungsobjekte dienten unter anderem eine alte Trafostation, eine Zisterne, ein Kellerraum sowie eine hohe freistehende Mauer.
Für die Übungsaufgaben teilte man die Helfer in drei Gruppen auf. Die erste Gruppe hatte die Aufgabe, Verletzte aus der Trafostation zu retten, wobei zuvor eine Decke abzustützen war.
Die zweite Gruppe musste einen "Toten" aus einer mit Wasser gefüllten Zisterne bergen, wobei angenommen wurde, dass die Zisterne radioaktiv, biologisch oder chemisch verseucht sei, sodass schwerer Atemschutz erforderlich war.
Aufgabe der dritten Gruppe war wieder die Bergung von Verletzten, wofür in einem Kellerraum eine Wand durchgebrochen werden musste.
Nach dem Mittagessen im "Schönberger Hof" waren weitere Aufgaben zu bewältigen, wobei auch immer alle Einsatzorte mit Notstrom und Telefonsprechstellen versorgt wurden.
Zum Abschluss der Übung fand eine Nachbesprechung statt. Dabei hielt man fest, dass alle beteiligten Helfer ihr Fachgebiet beherrschen und allen möglichen Einsatzszenarien gewachsen sind. Der stellvertretende Leiter des Amtes für Zivilschutz - Böcherer - überbrachte die Grüße der Stadt Freiburg und bestätigte den hervorragenden Ausbildungsstand der Truppe.
1968 - Tag des freiwilligen Helfers
Am 05. Oktober 1968 fand in Freiburg zum 13. Mal der „Tag des freiwilligen Helfers“ statt. Die Veranstaltung war 1955 von Stadtrat Willy Jäger initiiert worden und erfreute sich seitdem - sowohl bei den beteiligten Organisationen als auch bei den zahlreichen Zuschauern - großer Beliebtheit.
Der formelle Teil begann am Vormittag mit dem Empfang der Gäste durch Oberbürgermeister Dr. Keidel in der Aula des Freiburger Rathauses. Angereist waren unter anderem der Vizepräsident des Bundesamtes für zivilen Bevölkerungsschutz - Dr. Kolb, der baden-württembergische Justizminister - Dr. Schieler, sowie zahlreiche Vertreter örtlicher und überregionaler Hilfsorganisationen.
Im Anschluss gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm - unter anderem mit einer Großübung auf dem Gelände des Schlachthofs, bei der die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen bei einer größeren Schadenslage simuliert wurde.
Unzählige Schaulustige konnten sich ein Bild von den Einsatzoptionen von Feuerwehr, Rettungsdiensten, Bergwacht, DLRG und THW machen. Das THW führte beispielsweise Schweißgeräte und eine Sauerstofflanze vor und zeigte die Rettung von Verletzten mittels Leiterhebel.
1968 - Tornado in Pforzheim
Am Abend des 10. Juli 1968 zog ein Tornado der Stärke F4 über etwa 130 Kilometer vom lothringischen Saartal bis in den baden-württembergischen Enzkreis und richtete dabei unter anderem schwere Verwüstungen in Pforzheim an. Dort wurden etwa 1750 Häuser und mehrere hundert Kraftfahrzeuge beschädigt bzw. zerstört. Zwei Menschen starben, 200 wurden verletzt. Der Sachschaden lag bei über 100 Millionen D-Mark. Auch der THW-Ortsverband Freiburg war an den folgenden Tagen im Einsatz - dieser Bericht erschien in der Badischen Zeitung vom 16. Juli 1968:
Freiburger halfen in Pforzheim
Angehörige des Technischen Hilfswerks, Ortsverband Freiburg, fuhren letzte Woche nach Pforzheim, um dort Katastrophenhilfe zu leisten. Kurz nach dem verheerenden Sturm fuhren 22 junge Helfer in die Goldstadt, um dort Bäume von den Straßen zu räumen, abgedeckte Dächer zu decken, Masten aufzustellen und Straßen frei zu machen. Am Samstag kehrten diese freiwilligen Helfer, die mit zwei Lastwagen und einem Gerätewagen unterwegs waren, wieder zurück. Am Freitag waren unterdessen weitere sieben junge Leute, diesmal Spezialhelfer, nach Pforzheim gefahren. Sie beschäftigten sich am Wochenende damit, Leitungen für die Elektrizitätsversorgung zu legen. Die sofortige Hilfsbereitschaft der Angehörigen des Technischen Hilfswerks ist zu loben, zumal da die meisten der Helfer berufstätig sind. Beachtlich war vor allem auch, daß angesichts der kurzen Alarmzeit 22 Personen unmittelbar nach der Katastrophe bereit waren, nach Pforzheim zu fahren.
1966 - 16 Jahre Technisches Hilfswerk
Zum 16-jährigen Jubiläum des Technischen Hilfswerks erschien am 20. August 1966 folgender Text in der "Badischen Volkszeitung":
Am 22. August wird das Technische Hilfswerk 16 Jahre alt. In dieser kurzen Zeitspanne ist es, wie der Bundesminister des Inneren in der August-Ausgabe der Monatszeitschrift "Das Technische Hilfswerk" betont, für den Schutz der Bevölkerung bei Katastrophen und Unglücksfällen im gesamten Bundesgebiet unentbehrlich geworden. Auch in Freiburg besteht seit 16 Jahren ein Technisches Hilfswerk, in dem rund 150 Freiburger aktiv mitarbeiten und schon mehrfach bei Unglücksfällen tatkräftig helfen konnten, denn das Technische Hilfswerk Freiburg ist für den Katastrophenschutz vom Regierungspräsidium, vom Landkreis und von der Stadt eingeplant. Am 1. Oktober wird die Freiburger Gruppe auch an der Großübung des Landesverbandes in Breisach teilnehmen, wo eine Fähre über den Rhein gebaut werden muß und Fahrzeuge über den Rhein geschafft werden müssen.
In den 522 Orts- und Bezirksverbänden der 11 Landesverbände der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk sind zur Zeit fast 70 000 freiwillige Helfer zusammengefaßt. Sie werden in den Orts- und Bezirksverbänden des Technischen Hilfswerks von erfahrenen Ausbildern in allen Einzelheiten der Hilfeleistung mit technischen Mitteln unterwiesen. Darüber hinaus können sie an den THW-Schulen in Ahrweiler, Moers, Hoya und Germersheim Spezialkenntnisse auf den verschiedenen Gebieten des Katastrophenschutzes sowie im Fähren- und Schwimmbrückenbau erwerben. Mit besonderem Nachdruck betreibt das Technische Hilfswerk die Ausbildung in den technischen Diensten für die Hilfeleistung bei der Behebung von Schäden an Anlagen für die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendiger Energie und zur Abwasserbeseitigung. Gerade davon hängt bei Katastrophen- und Unglücksfällen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in entscheidendem Maße ab.
Ausbildungsstand und Leistungsfähigkeit der freiwilligen Helfer werden immer wieder in wirklichkeitsnahen Übungen im Zusammenspiel mit anderen Hilfsorganisationen erprobt. Die Ausstattung der Orts- und Bezirksverbände sowie der THW-Schulen mit zweckdienlichen Land-und Wasserfahrzeugen, Maschinen und Geräten für Ausbildung und Einsatz wird laufend verbessert. Die Zahl der Helfer wächst stetig.
1965 - Sprengung einer Insel im Baggersee
Einen besonderen Einsatz hatte der THW-Ortsverband Freiburg im Jahre 1965 - nachdem sich an einem Freiburger Baggersee schon mehrfach Unfälle - teilweise mit Todesfolge - ereignet hatten - sollte mit umfangreichen Maßnahmen - darunter die Sprengung einer kleinen Insel im See - für mehr Sicherheit gesorgt werden. Nachfolgend ein Text aus dem Freiburger Stadtanzeiger vom 12. August 1965:
Einer Anregung des Regierungspräsidiums folgend, beauftragte das Amt für öffentliche Ordnung das Technische Hilfswerk, den großen Baggersee an der Hugstetter Straße dahingehend zu überprüfen, dass Unfälle, wie solche schon mit Todesfolge geschehen sind, möglichst vermieden werden. In zwei Einsätzen hat das Technische Hilfswerk, Bergungsdienst und Tauchergruppe, unter Leitung von Oberzugführer Ing. Kochalski und Gruppenführer Seiler in einer Breite bis zu 20 m den Strand abgesucht und dabei Unrat aller Art entfernt. Zwei Lkw waren nötig, um all die aus dem See entfernten Gegenstände (darunter Mopeds, Fahrräder, Sofas usw.) auf den Müllplatz abzuführen. Die größte Gefahrenquelle war jedoch die in der Mitte des Sees gelegene über 2 m hohe und etwa 30 qm große Insel. Diese Insel verleitete junge Menschen zu Hechtsprüngen in den See, nicht wissend, dass auch Eisenteile im Wasser noch verborgene Gefahren darstellen. Querschnittlähmungen mit lebenslangen unheilbaren Folgen haben sich dabei ereignet.
Diese Insel wurde nun am vergangenen Samstag mit zwei Oberwassersprengungen soweit abgesprengt, dass diese Insel die oben genannte Gefahrenquelle nicht mehr darstellt, nur ein flacher Hügel, der bei niedrigem Wasserstand etwa 50 cm über Wasser ragt, blieb übrig. In zwei Einsätzen wurde diese umfangreiche Aufgabe erfüllt. Die Leitung der Sprengung hatte Sprengmeister Zugführer Thöni mit Assistenz von Sprengmeister Gruppenführer Lauk mit einigen Sprenggehilfen.
Eine weitere Aufgabe war in diesem Zusammenhang die Sicherung des Areals, denn im Umkreis von 300 m durfte sich bei den Sprengungen niemand aufhalten. Diese Aufgabe löste trotz des starken Verkehrs auf der Hugstetter Sraße in vorbildlicher Weise Oberzugführer Kochalski mit der Assistenz des Zugführers Heußner, ferner waren anwesend im Auftrage der staatlichen Polizeidirektion zwei Beamte des Reviers Stühlinger. Da an diesem Tage Polizeikräfte für diese umfangreiche Aufgabe durch anderweitige große Belastungen nicht in großem Umfange zur Verfügung gestellt werden konnten, stellte sich die Feldhut der Stadt Freiburg mit 6 Mann unter Leitung von Obmann Plöger freiwillig zur Verfügung und half mit, diese umfangreiche Aufgabe rasch und reibungslos zu erledigen.
1964 - Rettung verschütteter Brunnenarbeiter
Am Freitag, dem 24. April 1964, wurde der THW-Ortsverband Freiburg gegen 9:50 Uhr zu einem Einsatz alarmiert. Zwei Arbeiter waren verschüttet worden, als bei Abschlussarbeiten an einem Brunnen der Tuniberg-Wasserversorgung beim Entfernen der Verschalung das Erdreich nachgab.
Bei Eintreffen der Einsatztrupps war ein Arbeiter bis zum Hals, der zweite bis über den Kopf verschüttet. Der Arbeiter, dessen Kopf noch aus den Schuttmassen herausragte, konnte seine Arme befreien und den Kopf seines Kollegen so weit freilegen, dass dieser zumindest atmen konnte. Zwei Ärzte aus Breisach, von denen einer in das Loch herabgelassen wurde, kümmerten sich - soweit möglich - um die medizinische Versorgung der Verschütteten.
Der Rettungseinsatz, welcher gemeinsam mit der Feuerwehr Freiburg durchgeführt wurde, gestaltete sich als außerordentlich schwierig, da schon bei kleinsten Erschütterungen immer wieder Erdmassen nachrutschten und in das etwa sieben Meter tiefe Bohrloch abstürzten.
Eine Emmendinger Firma stellte zwei Mantelrohre bereit, welche vor Ort zusammengeschweißt und in den Brunnen abgesenkt wurden. Dadurch konnte gegen Nachmittag das Bohrloch stabilisiert werden.
In den Abendstunden konnte gegen 19 Uhr zunächst einer der Arbeiter, gegen 21 Uhr dann der zweite Arbeiter aus dem Brunnen herausgezogen werden.
Textelemente teilweise aus der "Badischen Zeitung" vom 25. April 1964 sowie aus der "THW-Zeitschrift" 6/1964
1963 - Tag des freiwilligen Helfers
Am 20. Oktober 1963 fand zum neunten Mal der "Tag des freiwilligen Helfers" in Freiburg statt. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des damaligen Innenministers des Landes Baden-Württemberg, Dr. Hans Filbinger. Dieser betonte in seiner Eröffnungsrede am Vorabend der Veranstaltung, wie wichtig das "Bereitsein des freiwilligen Helfers, seine selbstlose Tat, sein Dienst am Nächsten" sei, insbesondere wenn man an das Ausmaß der Verwüstungen von Naturkatastrophen denke, die sich in letzter Zeit ereignet und den Menschen vor Augen geführt hatten, wie verletzlich unsere technisierte, geordnete und geplante Zivilisation sei.
Der damalige Ortsbeauftragte des THW Freiburg, Stadtrat Willy Jäger, konnte zahlreiche Vertreter staatlicher und städtischer Behörden, technischer Ämter, der Bundeswehr und des Landtags begrüßen. "Einmal im Jahr sei allen in der gemeinsamen Zielsetzung vereinten Organisationen und Verbänden dieser Ehrentag gewidmet, an dem ihnen die gesamte Öffentlichkeit danken wolle für die Selbstlosigkeit und die menschliche Gesinnung, mit der sie sich der Allgemeinheit zur Verfügung stellten", betonte er in seiner Ansprache.
Bei mehreren Übungen demonstrierten die zahlreichen teilnehmenden Organisationen der interessierten Öffentlichkeit am Tag des freiwilligen Helfers ihr Können. Das THW Freiburg zeigte im Bötzinger Basaltsteinbruch die Rettung von Verunglückten aus einem Stollen, wobei die Tragen mit den Verletzten an einer Seilbahn über einen tiefen Abgrund hinweg geborgen wurden.
Textelemente teilweise aus der "Freiburger Zeitung" vom 21.Oktober 1963